"Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne"
Linda, Gabriels Cousine, die in der Nachbarschaft wohnt, kommt in die gleiche Klasse, so können die beiden gemeinsam mit dem Schulbus fahren. Das wird zuerst mit den Mamas geübt, doch nach einigen Tagen sind die Kinder mit gutem Selbstbewusstsein alleine unterwegs.
Für Gabriel ist das lange Sitzen und Aufmerksamsein ein wenig anstrengend. Auch das Erledigen der Hausübung bedarf seiner ganzen Konzentration. Noch lässt er sich gerne ablenken und braucht ein wenig Hilfe von seiner Mama. Es kommen noch viele Jahre Schulzeit auf Gabriel zu, manchmal wird es ihm leicht fallen, oft werden Schwierigkeiten zu bewältigen sein. Er wird neue Freude finden und viel Neues lernen. Jeder Neubeginn birgt Unsicherheiten, auch für die Eltern. Ich bin sicher, dass Gabriel, der so viel wissen und können will, diesen Zauber des Anfangs in seinem Leben noch viele Male erleben wird.
Brum, Tina, bitte!
Antonia (4 J.), besucht den Kindergarten solange ihr kleiner Bruder Samuel (2 J.) denken kann. Endlich darf auch er in die Krabbelstube. Er freut sich darauf und beginnt stundenweise mit der Eingewöhnung. Seine Mama und die kleine Schwester Miriam (4 Mon.) sind anfangs noch im Raum, dann in der Garderobe, und immer längere Zeit auch einkaufen oder zuhause. Samuel liebt die Krabbelstube, er erkundet die Spielsachen und freundet sich mit den anderen Kindern an. Die gemeinsame Vormittagsjause ist ein Ereignis, bei dem die Jause doppelt so gut schmeckt als zuhause.
Am Sonntag fragt Samuel: „Brum, Tina?“ (d.h. fahren wir mit dem Auto in die Krabbelstube zu Bettina, der Kindergartenpädagogin). Seine Mama muss ihm leider sagen, dass die Krabbelstube heute geschlossen ist. Er versucht es noch einmal: „Brum, Tina, bitte, biiitte!“
Verlorene Zähne
Samuel ist ein kleiner Wildfang, immer wieder passieren ihm kleine Unfälle. Er hat bereits eine genähte Lippe. Als er mit seinem Kindergefährt die Einfahrt herunterfährt, was er unzählige Male gut meistert, stürzt er plötzlich über den Lenker und fällt wieder einmal auf den Mund. Dieses Mal erwischt es die Zähne. Sein rechter oberer Vorderzahn überlebt den Sturz nicht. Mit nur 2 Jahren fehlt in seinem charmanten Lächeln ein Zahn. Uns blutet das Herz, es tröstet uns nur die Tatsache, dass sich die Lücke in einige Jahren durch einen neuen Zahn schließen wird. Samuel findet das alles nicht weiter schlimm, nach wie vor schenkt er uns allen ein strahlendes Lächeln.
„I geh morgen net in die Schui“
Schulanfänger Gabriel hat schon zwei Wackelzähne, er ist sehr darauf bedacht sie zu schützen. Es kommt ihm gar nicht in den Sinn, selbst mit den Zähnen zu wackeln. Bei einem Nachmittagsausflug zum megacoolen Pumptrack, passiert Gabriel ein Sturz. Mit den Zähnen landet er auf der Balance seines Stuntrollers. Diese Krafteinwirkung wird einem von Gabriels Wackelzähnen zu viel und fällt aus. Gabriel ist untröstlich. Er kann gar nicht zum Spucken aufhören, da ihn der Blutgeschmack mächtig stört. Trinken geht auch nicht und an Essen ist im ersten Schock nicht zu denken. In seinem Frust meldet er an: „I geh morgen net in die Schui!“ Alle sind sehr einfühlsam und bemitleiden Gabriel, nur sein Opa lässt ihm ausrichten: „Die Schule ist wichtig und verlorene Wackelzähne sind null Grund, zu Hause zu bleiben!!! Da heißt es tapfer sein.“ Am nächsten Tag ist alles nicht mehr so schlimm, jedoch zeigt uns Gabriel ständig seine Zähne und fragt: „Is der Wackelzahn eh nu do?“ Auf den schaut er sich jetzt besonders!




