"Elternzeit und Urlaub bei Oma und Opa"
In meinem Arbeitszimmer finden Lenie und ich das Säckchen mit der Faschingsdeko. Lenie ist begeistert über mein reichhaltiges Sortiment, das jedes Jahr im Fasching unser Haus schmückt. Gemeinsam überlegen wir, welcher Lampion und welche Girlande wo hinkommen soll. Wir freuen uns, als wir fertig sind. Es schaut alles so bunt und fröhlich aus. Wir sind bereit für die Party!
Checkliste in aller Ausführlichkeit
Meine Tochter macht sich viele Gedanken, wie das bei uns funktionieren kann. Im Gepäck finden wir für alle Eventualitäten die Ausrüstung. Am Vorabend bekomme ich zur Vorbereitung eine dreiseitige Checkliste. Ich muss schmunzeln, lesen mir gewissenhaft alles durch und finde viele wertvolle Tipps. Manches wird bei uns sicher anders ablaufen, weil wir nicht Mama und Papa sind, weil wir andere Spielsachen und Räume haben und überhaupt.
Zwei Kinder in einem Zimmer – wird das gut gehen?
Wir haben ein Kinderzimmer, in dem zwei große Betten stehen und für Samuel haben wir ein Gitterbett. Mein Mann und ich beschließen, dass wir die Kinder parallel im gleichen Zimmer schlafen legen. Mit beide schauen wir ihr Lieblings-Wimmelbuch. Antonia liebt das von der Feuerwehr und Samuel steht auf sein Bauernhofbuch. Gemeinsam drehen wir das Licht ab und Antonia schickt ihren Opa sogar aus dem Zimmer: „Opa, du kaunst eh gehn.“ Ich warte, bis Samuel einschläft und höre, dass Antonia binnen kürzester Zeit gleichmäßig atmet und tief schläft. Nur wenig später ist auch Samuel im Land der Träume, ich lege ihn ins Gitterbett und schleiche mich aus dem Zimmer. Leichteste Übung, geschafft!
Wachstumsschmerzen
Mitten in der Nacht hören wir Antonia weinen. Mein Mann und ich laufen gleichzeitig ins Kinderzimmer. Jetzt wird auch Samuel wach und weint. Opa ist bei Antonia, die jammert, dass ihr die Beine schmerzen. Da war doch etwas auf der Checkliste – ah ja, Schüssler Salze. Mein Mann tröstet Antonia und eilt zum Koffer um die Lutschtabletten zu holen. Ich summe ein Lied für Samuel und wiege ihn in den Schlaf. Beide Kinder beruhigen sich wieder, schlafen ein und wir hören die ganze Nacht nichts mehr von ihnen.
Heimweh und Sehnsucht
Am zweiten Abend bekommt Samuel große Sehnsucht nach seiner Mama. Immer wieder sagt er das Wort: „NALA“. Wir haben keine Ahnung was das heißen könnte. Antonia hat auch keinen Schimmer und sogar die Mama, die wir per WhatsApp anfragen weiß es nicht. Wir raten alles Mögliche, Samuel sagt immer wieder frustriert: „Na!“ Irgendwann gibt er auf, isst sein Butterbrot und noch viel lieber die Wurststückerl. Danach wird gebadet und die Welt ist wieder in Ordnung. In der zweiten Nacht schlafen beide Kinder durch, herrlich! Was NALA heißt werden wir wohl nie erfahren. Es wird Zeit, dass Samuel ordentlich sprechen lernt.




